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Frau­en mit Be­hin­de­run­gen

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Frauen mit Behinderungen haben sich bereits seit Anfang der 1990er Jahre in Netzwerken zusammengeschlossen, ihre Forderungen klar formuliert und in Wissenschaft und Politik eingebracht. Die Interessenvertretungen von Frauen mit Behinderungen haben gezeigt, dass keine behindertenpolitische Maßnahme ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse der Geschlechter und deren unterschiedlichen Rollen (Genderaspekt) erfolgen darf. In der nationalen Gesetzgebung tritt dies deutlich durch die Aufnahme dieser zu berücksichtigenden Punkte in das BGG sowie das SGB IX zutage. Auch auf europäischer Ebene fand eine Vernetzung der Interessenvertretungen von Frauen mit Behinderungen statt, die zur aktiven Beteiligung an der Entstehung der UN-Behindertenrechtskonvention führte.

In Zusammenhang mit der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen werden die typischen Schwierigkeiten und Forderungen von Frauen mit Behinderungen unter dem Stichwort „Mehrfachdiskriminierung“ erneut diskutiert. Thematisiert werden hier vor allem folgende Punkte:

  • Schaffung eines wirksamen gesetzlichen Schutzes vor Mehrfachdiskriminierung,
  • Elternassistenz,
  • Recht auf geschlechtsspezifische Pflege und Assistenz (siehe dazu „Geschlechtsspezifische Pflege“),
  • Recht auf ein selbstbestimmtes Leben zu Hause statt im Heim sowie
  • Schutz vor (sexualisierter) Gewalt und  Missbrauch.

Der Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen empfiehlt Deutschland in den Abschließenden Bemerkungen über den ersten Staatenbericht Deutschlands im Rahmen der Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, Programme und Fördermaßnahmen für Frauen und Mädchen mit Behinderungen durchzuführen, um Diskriminierungen in allen Lebensbereichen zu beseitigen. Daten und Statistiken über die Situation von Frauen und Mädchen mit Behinderungen sollten systematisch erhoben werden und Eingang in den nächsten Bericht finden. Die Bundesregierung hat in den Nationalen Aktionsplan 2.0 zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen mit Behinderungen aufgenommen (zum NAP 2.0 siehe auch Staatliche Koordinierungsstelle bei der Beauftragten). Diese Maßnahmen sollen stetig überprüft und verbessert werden.