Navigation und Service des Auftritts der Behindertenbeauftragten Verena Bentele

Das All­ge­mei­ne Gleich-Be­hand­lungs-Ge­setz (AGG)

Nutzen Sie auch

Ein Buch mit einem Paragrafenzeichen ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Das steht
im Allgemeinen Gleich-Behandlungs-Gesetz
Die Kurzform für das Gesetz ist: A-G-G

Das Allgemeine Gleich-Behandlungs-Gesetz
gibt es in Deutschland seit 2006.

Eine Wage bei der man auf beide Seiten Gewichte legen kann.Quelle:  © Valuing people

Im Gleich-Behandlungs-Gesetz steht:
Alle Menschen müssen gleich behandelt werden.
Bei der Arbeit und im privaten Leben.

Die Europäische Flagge mit einem goldenen Sternenkreis auf dunkelblaumen Hintergrund.


Gleich-Behandlungs-Gesetze
gibt es in ganz Europa.

Früher gab es auch schon Gesetze
für die Gleich-Behandlung.
Die standen im Bürgerlichen Gesetz-Buch
und im Sozial-Gesetz-Buch 9.

Gleich-Behandlung bei der Arbeit

Der größte Teil vom Gesetz
regelt die Gleich-Behandlung bei der Arbeit.
Gleich-Behandlung bedeutet hier:
Kein Mensch darf bei der Arbeit
benachteiligt werden.

Mehrere Euroscheine übereinander gestapeltQuelle:  © Lebenshilfe Bremen

Zum Beispiel:
Ein deutscher und ein türkischer Mann
machen die gleiche Arbeit.
Dann müssen sie auch gleich viel Geld
dafür bekommen.

Was alles bestimmt das Gesetz?

Ein Buch mit einem Paragrafenzeichen ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Das Gleichbehandlungs-Gesetz hat 33 Paragrafen.
Ein Paragraf ist ein Abschnitt in einem Gesetz.
Das Zeichen für Paragraf ist §.

Im Gesetz steht,
wo Menschen gleich behandelt werden müssen.

Ein grau haariger Mann im Anzug gibt einem jungen Mann im Rollstuhl die Hand.Quelle:  © Valuing people

Zum Beispiel:

  • Wenn sie sich für eine Stelle bei einer Firma bewerben.
  • Wenn sie arbeiten.
  • Oder wenn sie eine Firma gründen möchten.
  • Oder wenn sie gekündigt werden.
  • Oder wenn sie in einer Gewerkschaft sind.

Diese Menschen schützt das Gesetz
bei der Arbeit

eine Gruppe Menschen, darunter eine Rollstuhlfaherin, ein Mensch mit Gehhilfen, ein Mensch mit Turban, eine Frau und ein Kind mit dunkler Hautfarbe.Quelle:  © Valuing people

Das Gesetz schützt zum Beispiel die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
in einer Firma.

  • Es schützt die Menschen,
    die sich um eine Arbeit bewerben.
  • Es schützt Menschen in der Ausbildung.
  • Und die Menschen in den Werkstätten
    für behinderte Menschen.

Ein Frau mit einem Richterumhang, einem Hammer und Gesetzbüchern ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Auch Beamte und Beamtinnen
und Richter und Richterinnen sind geschützt.
Sie dürfen nicht wegen einer Behinderung benachteiligt werden.

Diese Menschen müssen sich
an das Gesetz halten

Eine Frau in blauer Bluse sitzt an einem Schreibtisch. Vor ihr liegen Papiere. Auf dem Schreibtisch steht eine Vase mit Blumen.Quelle:  © Valuing people

Zum Beispiel:

  • Arbeit-Geber
  • Kollegen und Kolleginnen
  • Kunden

Was bedeutet Behinderung
im Gleich-Behandlungs-Gesetz?

Ein Buch mit einem Paragrafenzeichen ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

In 2 anderen Gesetzen steht,
was Behinderung bedeutet:
• Im Sozial-Gesetz-Buch 9, im Paragraf § 2
• und im Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz
im Paragraf § 3.

Im Sozial-Gesetz-Buch 9 und
im Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz steht:
In schwerer Sprache:

Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.

Ein blonder junger Mann geht an Krücken.Quelle:  © Valuing people

Das bedeutet:
Einige Menschen können schlechter gehen
als gleich alte Menschen.
Sie können schlechter sehen oder hören.
Einige Menschen sind seelisch krank.
Einige Menschen haben Lernschwierigkeiten.

Eine Gruppe von jungen menschen steht in einem Kreis. Ein junger Rollstuhlfahrer steht daneben.Quelle:  © Valuing people

Diese Menschen können deshalb nicht
so gut am Leben in der Gesellschaft teilnehmen.
Wenn das länger als ein halbes Jahr dauert,
sagen wir:
Sie haben eine Behinderung.

Das steht im Gleich-Behandlungs-Gesetz

Eine Frau im grünen Kleid sitzt an einem Computer. Hinter ihr steht ein grauhaariger Mann und fasst ihr an die Schulter. Sie schaut unglücklich.Quelle:  © Valuing people

  • Niemand darf bei der Arbeit benachteiligt werden.
  • Niemand darf sexuell belästigt werden.
  • Niemand darf jemanden dazu anstiften,
    dass er einen anderen benachteiligt.

Manchmal dürfen Menschen
unterschiedlich behandelt werden

In Gleich-Behandlungs-Gesetz steht:
Manchmal kann ein Mensch eine Arbeit
wegen seiner Behinderung nicht machen.

Ein dunkelhaariger Mann in einem braunen Anzug. In der linken Hand hält er einen Blindenstock.Quelle:  © Valuing people

Zum Beispiel:
Ein blinder Mensch kann nicht Bus-Fahrer werden.
Das bedeutet keine unerlaubte Benachteiligung.
Manchmal ist es richtig,
wenn Menschen unterschiedlich behandelt werden.

Eine Sandburg am Strand. Neben der Sandburg stehen eine Schaufel und ein Eimer. Im Hintergrund blaues Meer mit zwei Segelbooten und blauer HimmelQuelle:  © Valuing people

Zum Beispiel:
Ein Mensch mit Behinderung hat länger Urlaub
als ein Mensch ohne Behinderung.
Er braucht wegen der Behinderung mehr Erholung.
Dadurch werden die Kollegen und Kolleginnen
ohne Behinderung nicht benachteiligt.

Es gibt extra Gesetze,
die Menschen mit Behinderung unterstützen.

Diese Rechte haben Sie
bei einer Benachteiligung

Wenn Sie sich benachteiligt fühlen,
können Sie sich beschweren.

Ein  dunkelhäutiger Mann im Anzug sitzt an einem Schreibtisch. Vor dem Schreibtisch sitzt ein älterer Mann mit Glatze und zeigt auf etwas in seiner Hand.Quelle:  © Valuing people

Sie können zu Ihrem Arbeit-Geber gehen
Oder zu Ihrem Betriebs-Rat.
Die prüfen Ihre Beschwerde.
Sie müssen Ihnen sagen,
ob Sie benachteiligt werden.

Eine Frau im grünen Kleid sitzt an einem Computer. Hinter ihr steht ein grauhaariger Mann und fasst ihr an die Schulter. Sie schaut unglücklich.Quelle:  © Valuing people

Wenn jemand Sie bei der Arbeit belästigt,
muss Ihr Chef Sie schützen.
Wenn der Chef Sie nicht schützt,
müssen Sie nicht weiter arbeiten.
Das gilt auch, wenn jemand Sie sexuell belästigt.

Ein Mann in einem Anzug mit Krawatte hebt die Hand.Quelle:  © Valuing people

Ihr Arbeitgeber muss Sie schützen.
Vielleicht kann er Sie schützen.
Aber er tut es nicht.
Dann können Sie Schadens-Ersatz bekommen.

Mehrere Euroscheine übereinander gestapeltQuelle:  © Lebenshilfe Bremen

Auch in anderen Fällen
können Sie Schadens-Ersatz bekommen.

Ein Mann mit Blindenführhund steht vor dem Eingang zu einem Geschäft. Ein Mann in der Eingangstür verweigert ihm mit einer abwehrenden Handbewegung den Zutritt.Quelle:  © Valuing people

Zum Beispiel:
Sie bewerben sich auf einen Arbeits-Platz.
Sie bekommen diesen Arbeits-Platz nicht.
Sie glauben, das ist wegen Ihrer Behinderung.

Mehrere Euroscheine übereinander gestapeltQuelle:  © Lebenshilfe Bremen

Dann können Sie Schadens-Ersatz bekommen.
Aber höchstens so viel wie der Lohn für 3 Monate.

Das ist nur, wenn Sie die Stelle
auch ohne Behinderung nicht bekommen hätten.
Sie müssen den Schadens-Ersatz
schnell verlangen.
Sie haben nur 2 Monate Zeit dafür.

Sie haben kein Recht
auf einen bestimmten Arbeits-Platz
oder auf einen Ausbildungs-Platz.
Aber manchmal haben Sie das Recht
auf eine Beförderung.
Zum Beispiel,
wenn es im Tarif-Vertrag steht.

Ein Frau mit einem Richterumhang, einem Hammer und Gesetzbüchern ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Sie können Ihr Recht vor Gericht verlangen.
Sie müssen aber nicht beweisen,
dass Sie benachteiligt worden sind.

Sie müssen erklären:
Sie sind sehr wahrscheinlich
wegen Ihrer Behinderung benachteiligt worden.
Dann muss der Arbeit-Geber beweisen,
dass er Sie nicht benachteiligt hat.
Vor Gericht dürfen Behinderten-Verbände
Sie unterstützen.

Auch der Betriebs-Rat darf klagen,
wenn der Arbeit-Geber sich nicht an das Gesetz hält.

Eine Wage bei der man auf beide Seiten Gewichte legen kann.Quelle:  © Valuing people

Der Betriebs-Rat kann aber nicht
für einen bestimmten Menschen klagen.
Der Betriebs-Rat kann aber zum Beispiel verlangen:
Menschen mit Behinderung sollen bei der Einstellung gleich behandelt werden.

Das sagt das Privat-Recht zu Benachteiligung

Ein dunkelhäutiger Mann kniet betend auf einem gelben Teppich.Quelle:  © Valuing people

Im Gesetz steht:
Niemand darf benachteiligt werden.
Auch nicht wegen seiner Religion
oder wegen seiner Partei.

Das Gesetz ist besonders für Menschen mit Behinderung wichtig.
Menschen mit Behinderung
werden immer noch benachteiligt.

Eine Frau in einem elektrischen Rollstuhl steht vor einer geöffneten Zugtür.Quelle:  © Valuing people

Zum Beispiel wenn sie verreisen möchten.
Oder in eine Gaststätte gehen möchten.

Ein Mann mit Blindenführhund steht vor dem Eingang zu einem Restaurant. Ein Mann in der Eingangstür bittet ihn herein.Quelle:  © Valuing people

Es gibt viel zu wenig billige Hotel-Zimmer
für Rollstuhl-Fahrer.
Manchmal möchten Gastwirte keine Menschen
mit Behinderung in ihrer Gaststätte haben.

Oder Menschen im Rollstuhl
können nicht jeden Bus und jede Bahn nehmen.
Oder Versicherungen möchten Menschen
mit Behinderung nicht versichern.

Wann ist etwas im Privat-Recht
eine Benachteiligung?

Eine Wage bei der man auf beide Seiten Gewichte legen kann.Quelle:  © Valuing people

Versicherung müssen Menschen
mit und ohne Behinderung gleich behandeln.

Auch eine Firma muss alle Menschen
gleich behandeln.
Sie schließt mit vielen Menschen Geschäfte ab.

Das Gesetz hilft aber nicht
gegen Benachteiligung in der Familie.

Zum Beispiel können Eltern einem Kind
mit Behinderung weniger vererben,
als ihren anderen Kindern.
Da hilft das Gesetz nicht.

Massen-Geschäfte:
Das bedeutet: Geschäfte mit vielen Menschen

Ein Mann mit einem gefüllten Einkaufswagen vor sich steht an einem Regal und schaut sich etwas an.Quelle:  © Valuing people

Zum Beispiel:
Viele Menschen kaufen in einem Kaufhaus ein.
Egal ob sie eine Behinderung haben oder nicht.
Alle Menschen bezahlen den gleichen Preis
für die Waren.
Die Verkäufer im Kaufhaus dürfen einen Menschen mit Behinderung nicht benachteiligen.

Wer immer wieder das gleiche verkauft,
darf niemanden benachteiligen.
Zum Beispiel:
Ein Auto-Händler verkauft viele Autos.
Er muss Menschen mit und ohne Behinderung
gleich behandeln.

Das Gesetz gilt aber nicht,
wenn jemand sein eigenes Auto verkauft.
Das Gesetz gilt vor allem für Firmen.

Das ist auch noch wichtig:
Der Verkäufer verkauft an jeden Menschen,
egal wie er aussieht.
Er nimmt von jedem gleich viel Geld.

Ein Mann mit einem gefüllten Einkaufswagen vor sich steht an einem Regal und schaut sich etwas an.Quelle:  © Valuing people

Zum Beispiel:
Jemand kauft im Supermarkt eine Flasche Sekt.
Egal, wer kauft, der Sekt kostet immer gleich viel.
Das gilt auch für das Essen in der Gaststätte
oder die Fahrt im Zug.

Manchmal gibt es gute Gründe,
dass Menschen nicht gleich behandelt werden

Zwei Frauen in einem Schwimmbecken. Eine hält sich am Beckenrand fest, die anderesteht hinter ihr und hält die Hände an ihre Schultern.Quelle:  © Valuing people

Zum Beispiel:
An einem Tag in der Woche dürfen
von 9 bis 10 Uhr nur Frauen in ein Schwimm-Bad.
Der Grund ist:
Einige Frauen haben sexuelle Gewalt erlebt.
Sie möchten nicht mit Männern
zusammen schwimmen.

Das ist keine Benachteiligung.
Aber es muss einen guten Grund dafür geben,
wenn einige Menschen anders behandelt werden.

Miet-Verträge

ein grauer und ein gelber Schlüssel mit einem Band zusammengebundenQuelle:  © Valuing people

Bei Miet-Verträgen gilt das Gesetz nicht.
Der Vermieter überlegt immer genau,
wer die Wohnung bekommen soll.
Die Mieter sollen gut mit einander auskommen.

Wann dürfen Menschen
unterschiedlich behandelt werden?

Manchmal dürfen Menschen
wegen ihrer Behinderung
unterschiedlich behandelt werden.
Aber es muss immer einen sehr guten Grund
dafür geben.

Es gibt dafür keine festen Regeln.
Im Gesetz stehen nur Beispiele.

eine Rollstuhlfahrerin wird von einer Frau in einem gelben Mantel geschobenQuelle:  © Valuing people

Zum Beispiel:
Ein Mensch im Rollstuhl
möchte mit einer Seilbahn fahren.
Das Abteil bewegt sich aber beim Einsteigen
und beim Aussteigen.
Es ist gefährlich, wenn der Rollstuhl-Fahrer
alleine einsteigen möchte.
Deshalb darf er nur mit einer Begleit-Person
in der Seilbahn fahren.
Das ist keine Benachteiligung.

Eine Frau in einem elektrischen Rollstuhl fährt über eine Rampe in einen Zug.Quelle:  © Valuing people

Mit einer Bahn oder einem Bus
darf der Rollstuhl-Fahrer aber alleine fahren.

Menschen mit Behinderung brauchen Unterstützung.
Dann werden Menschen auch verschieden behandelt.

Ein grünes Auto steht auf einem Behindertenparkplatz. Ein Rollstuhlfahrer steht daneben.Quelle:  © Valuing people

Ein Mensch ohne Behinderung darf nicht
auf einem Behinderten-Parkplatz parken.
Dieser Parkplatz ist extra für Menschen,
die nicht weit laufen können.

Oft müssen Menschen mit Behinderung
nur einen niedrigen Eintritts-Preis bezahlen.
Zum Beispiel in einem Kino.

Eine graue Kinoleinwand. Um die Leinwand herum hängt ein roter Vorhang. Im Vordergrund sieht man Hinterköpfe.Quelle:  © Valuing people

Der Grund dafür ist:
Sehr viele Menschen mit Behinderung
haben nur wenig Geld.
Sie können nur ins Kino gehen,
wenn es für sie billiger ist.

Das ist keine Benachteiligung
von Menschen ohne Behinderung.
Auch Studenten und arbeitslose Menschen
müssen oft weniger bezahlen.

Aber das ist eine Benachteiligung:
wenn Menschen mit Behinderung
viel mehr bezahlen müssen als andere.

Wie ist es bei Versicherungen?

Bei Versicherungen ist es unterschiedlich:

Bei einer Lebens-Versicherung
fragt die Versicherungs-Gesellschaft vorher
alle Menschen:

Ein gelbes Blatt Papier. Darauf Schrift und mehrere Kästchen zum Ankreuzen.Quelle:  © Valuing people

  • Wie alt sind Sie?
  • Sind Sie eine Frau oder ein Mann?
  • Haben Sie eine Krankheit
    oder eine Behinderung?

Da werden alle Menschen verschieden behandelt.

Ein Mann im grünen Anzug trägt einen braunen Koffer.Quelle:  © Valuing people

Aber viele Versicherungen
sind für alle Menschen gleich.
Zum Beispiel eine Reise-Gepäck-Versicherung.
Hier dürfen Menschen mit und ohne Behinderung
nicht unterschiedlich behandelt werden.

Manchmal dürfen Versicherungs-Gesellschaften
Menschen mit und ohne Behinderung
unterschiedlich behandeln.

Eine grauhaarige Frau mit Brille sitzt aufrecht in einem Bett. Eine Hand liegt auf den ihren. Quelle:  © Valuing people

Zum Beispiel:
Eine Frau hat eine Behinderung
wegen einer schweren Krankheit.
Ihr Arzt sagt:
Die Frau wird wegen der Krankheit bald sterben.
Da darf die Versicherung sagen:
Wir schließen mit Ihnen
keine Lebens-Versicherung ab.

Ein Mann im blauen Anzug liest von einem Papier. Er hält die eine Hand abwehrend in Richtung eines neben ihm stehenden Rollstuhlfahrers.Quelle:  © Valuing people

Aber die Versicherung darf nicht sagen:
Sie haben eine Behinderung.
Deshalb schließen wir mit Ihnen
keine Versicherung ab.

Die Versicherung weiß auch:
Ältere Menschen sind öfter krank.
Dann darf die Reise-Rücktritt-Versicherung
für ältere Menschen teurer sein.
Die Versicherung muss aber immer genau erklären,
warum sie Menschen unterschiedlich behandelt.

Alte Verträge

Viele Verträge sind schon älter.
Zum Beispiel:
Verträge für einen Kredit bei der Bank.
Wenn diese Verträge vor dem 1. Dezember 2006
geschlossen sind, gelten sie auch weiter.

zwei bunte KalenderblätterQuelle:  © Valuing people

Versicherungs-Verträge gelten weiter,
wenn sie vor dem 22. Dezember 2007
geschlossen wurden.
Aber neue Verträge
dürfen niemanden benachteiligen.

Verträge werden manchmal auch zwischendurch geändert.
Dann dürfen sie nach der Änderung
niemanden mehr benachteiligen.

Was können Sie bei einer Benachteiligung tun?

Sie können verlangen,
dass Sie genauso behandelt werden
wie andere Menschen.

Ein Frau mit einem Richterumhang, einem Hammer und Gesetzbüchern ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Zum Beispiel:
Eine Person mit Behinderung darf
wegen der Behinderung nicht
in ein Einkaufs-Zentrum.
Die Person kann dagegen klagen.
Und sie kann verlangen,
dass sie in Zukunft immer in das Zentrum darf.

Ein Buch mit einem Paragrafenzeichen ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Es gibt dafür aber noch viele andere Gesetze.
Zum Beispiel:
Das Bürgerliche Gesetz-Buch.

Das Bürgerliche Gesetz-Buch regelt alles
zwischen 2 gleich-berechtigten Personen.

Manchmal können Menschen mit Behinderung
Schadens-Ersatz bekommen.

Zum Beispiel:
Ein Taxi-Fahrer hat einen Mann
wegen seiner Behinderung nicht mitgenommen.
Der Mann wollte zum Flughafen fahren.
Weil das Taxi ihn nicht mitgenommen hat,
kam er zu spät zum Flughafen.
Der Mann musste einen teureren Flug buchen.

Mehrere Euroscheine übereinander gestapeltQuelle:  © Lebenshilfe Bremen

Dann kann er vom Taxi-Fahrer
Schadens-Ersatz verlangen.
Ein Taxi-Fahrer muss jeden Fahrgast mitnehmen.

Der Mann kann auch Schadens-Ersatz verlangen,
wenn der Taxi-Fahrer ihn gekränkt hat.
Wenn er seelisch verletzt ist.
Er muss dabei keine Extra-Kosten haben.

Ein Buch mit einem Paragrafenzeichen ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Es gibt noch andere Gesetze für
Schadens-Ersatz.
Auch nach diesen Gesetzen kann der Mann klagen.
Zum Beispiel:
Paragraf § 823 Bürgerliches Gesetz-Buch und
Paragraf § 185 Straf-Gesetzbuch.

Ein Frau mit einem Richterumhang, einem Hammer und Gesetzbüchern ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Aber der Taxi-Fahrer hat ihn
wegen der Behinderung
nicht mitgenommen.
Dann kann der Mann leichter
nach dem Gleichbehandlungs-Gesetz klagen.
Er muss aber schnell klagen.

Die Behinderung muss der einzige Grund
für die Benachteiligung sein.
Nur dann hat ein Mensch mit Behinderung
das Recht auf Schadens-Ersatz.

Vielleicht kostet die Fahrt
zum Flughafen viel Geld.
Der Mann hat nicht genügend Geld.
Dann muss der Taxi-Fahrer ihn nicht mitnehmen.
Dann ist es keine Benachteiligung
wegen der Behinderung.

Das sagen andere Gesetze zu Benachteiligung

Ein Buch mit einem Paragrafenzeichen ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Menschen mit Behinderung sollen
wirklich gleich behandelt werden.
Deswegen wurden auch andere Gesetze geändert.
Diese Gesetze stehen zum Beispiel:
Im Sozial-Gesetz-Buch 1, im Allgemeinen Teil, und
im Sozial-Gesetz-Buch 4, im Teil:
Gemeinsame Vorschriften für die Sozial-Versicherung
und im Sozial-Gesetz-Buch 9, im Teil:
Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen

Wer muss was machen?

Die Anti-Diskriminierungs-Stelle

Anti-Diskriminierungs-Stelle ist ein schweres Wort.
Diskriminieren bedeutet: benachteiligen.

Ein grauhaariger Mann sitzt an einem Schreibtisch. Er macht eine abwehrende Bewegung mit der Hand. Neben dem Schreibtisch steht ein dunkelhäutiger Mann.Quelle:  © Valuing people

Zum Beispiel:
Jemand hat eine dunkle Hautfarbe.
Deshalb bekommt er keine Arbeit.
Er wird wegen seiner Hautfarbe benachteiligt.

Anti-Diskriminierung:
Anti bedeutet: gegen
Die Anti-Diskriminierungs-Stelle arbeitet
gegen die Benachteiligung von Menschen.

Ein Buch mit einem Paragrafenzeichen ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Die Politiker haben im Jahr 2006
das Gleich-Behandlungs-Gesetz gemacht.
Da hat die Anti-Diskriminierungs-Stelle
mit der Arbeit angefangen.

Die Anti-Diskriminierungs-Stelle
muss sich um alles kümmern,
was im Paragraf § 1 vom Gesetz steht.

Ein  dunkelhäutiger Mann im Anzug sitzt an einem Schreibtisch. Vor dem Schreibtisch sitzt ein älterer Mann mit Glatze und zeigt auf etwas in seiner Hand.Quelle:  © Valuing people

Menschen können sich
bei der Anti-Diskriminierungs-Stelle beschweren.
Wenn die Menschen das möchten,
spricht die Stelle mit Personen
in der Bundes-Regierung darüber.
Oder mit Personen im Bundes-Tag.

Sechs Menschen sitzen um einen kleinen Besprechungstisch.Quelle:  © Valuing people

Im Gesetz steht es auch noch einmal
extra für Menschen mit Behinderung:
Wenn ein Mensch wegen seiner Behinderung benachteiligt ist,
spricht die Stelle mit dem
Behinderten-Beauftragten
von der Bundes-Regierung.
Aber nur, wenn der Mensch das möchte.

Manchmal wird jemand
aus verschiedenen Gründen benachteiligt.
Zum Beispiel:
Weil er eine Behinderung hat und schwul ist.

Ein Buch mit orangefarbenem EinbandQuelle:  © Valuing people

Dann arbeitet die Behinderten-Beauftragte
immer mit der Anti-Diskriminierungs-Stelle zusammen.
Die Stelle muss auch Berichte an den Bundes-Tag schreiben.
Und bei Untersuchungen mitmachen.
Dann arbeitet sie mit der Behinderten-Beauftragten zusammen.

Die Anti-Diskriminierungs-Stelle
hat schon einen Bericht gemeinsam
mit der Behinderten-Beauftragten gemacht.

Die Behinderten-Beauftragten

Eine Gruppe von jungen menschen steht in einem Kreis. Ein junger Rollstuhlfahrer steht daneben.Quelle:  © Valuing people

Jemand ist wegen seiner Behinderung
benachteiligt worden.
Dann kann er sich auch direkt
an die Behinderten-Beauftragten wenden.

Es gibt Behinderten-Beauftragte
in den Bundes-Ländern und in den Städten.

Die Behinderten-Beauftragte kann erklären:
So können Sie sich gegen die Benachteiligung
wehren.
Sie kann sagen, welche Gesetze helfen.
Sie kann auch sagen,
welche anderen Stellen helfen können.

Eine Frau in einem Rollstuhl und ein neben ihr stehender Mann diskutieren mit einem ihnen gegenüberstehenden Mann im braunen AnzugQuelle:  © Valuing people

Und sie kann mit beiden Menschen sprechen.
Mit dem Menschen mit Behinderung
und dem anderen.
Vielleicht einigen sie sich dann.